Anthropic, Healthcare“

Anthropic startet mit „Claude for Healthcare“ in den Medizin-Markt

12.01.2026 - 22:34:12

Das KI-Unternehmen Anthropic lanciert mit 'Claude for Healthcare' eine spezialisierte Tool-Suite für medizinische Einrichtungen, um administrative Prozesse zu beschleunigen und Patienten zu unterstützen.

KI-Sicherheitsunternehmen Anthropic drängt mit einer neuen, HIPAA-konformen Tool-Suite in den hochregulierten Gesundheitssektor. „Claude for Healthcare“ soll Kliniken, Versicherer und Patienten bei administrativen und klinischen Aufgaben entlasten – und stellt sich damit direkt Konkurrenten wie OpenAI.

Der Vorstoß markiert eine strategische Neuausrichtung des KI-Labors. Statt eines reinen Allzweck-Assistenten positioniert sich Claude nun als integrierter Partner für medizinische Einrichtungen und die Life-Sciences-Branche. Kern der Ankündigung ist die Freigabe der Tools für Workflows mit sensiblen Patientendaten, was bisher ein Haupthemmnis für den KI-Einsatz in der Medizin war. „Wir adressieren damit langjährige Ineffizienzen im System“, ließ das Unternehmen verlauten.

KI gegen den Verwaltungsdschungel: Schnellere Genehmigungen, präzisere Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entlastung bei bürokratischen Prozessen. Dafür hat Anthropic spezielle „Connectors“ entwickelt, die die KI mit zentralen Gesundheitsdatenbanken verbinden. Dazu gehören das Leistungskatalog-System der US-Gesundheitsbehörden (CMS), die internationale Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) und das nationale Anbieterverzeichnis.

Konkret soll Claude so den aufwändigen Prozess der Kostenvorprüfung beschleunigen, der oft Behandlungen verzögert. Die KI kann Anträge durch Abgleich mit Versicherungsrichtlinien vorbereiten und prüfen. Zudem soll sie durch präzise Suche nach Diagnose- und Prozedurencodes die Abrechnung verbessern. Der US-Klinikkonzern Banner Health, ein früher Nutzer, berichtet von positiven Erfahrungen: 85 Prozent seiner über 22.000 Mitarbeiter fanden die Arbeit mit Claude schneller und genauer.

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Vom Patienten bis zum Pharma-Konzern: KI für alle Gesundheitsbereiche

Die Initiative zielt auch direkt auf Patienten und die Forschung. US-Abonnenten der Pro- und Max-Pläne können der KI künftig sicheren Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten erlauben, etwa über Verbindungen zu Apple Health oder Android Health Connect. Claude kann dann Krankengeschichten zusammenfassen, Laborwerte verständlich erklären und Fragen für den nächsten Arztbesuch vorbereiten. Anthropic betont: Der Zugriff erfolgt nur nach expliziter Freigabe, die Daten werden nicht zum Training der KI-Modelle verwendet.

Für die Life-Sciences-Branche erweitert Anthropic parallel seine „Claude for Life Sciences“-Tools. Neue Anbindungen an Plattformen wie Medidata für Studiendaten oder Forschungsarchive wie bioRxiv sollen Wissenschaftler unterstützen – etwa beim Entwurf von klinischen Studienprotokollen. In einer Demonstration reduzierte Claude die dafür benötigte Zeit von mehreren Tagen auf etwa eine Stunde. Eine Partnerschaft mit Novo Nordisk zeigte ähnliche Effekte: Dort sank die Zeit für bestimmte klinische Dokumentationen von 12 Wochen auf nur 10 Minuten.

Opus 4.5: Das leistungsstarke Fundament für medizinische Präzision

Die neuen Anwendungen basieren auf dem leistungsstarken Basismodell Claude Opus 4.5, das im November 2025 veröffentlicht wurde. Laut Anthropic zeigt dieses Modell deutlich verbesserte Leistungen bei komplexen medizinischen und wissenschaftlichen Aufgaben. Interne Benchmarks geben eine Treffergenauigkeit von 92,3 Prozent bei medizinischen Berechnungen an.

Trotz der beeindruckenden Zahlen positioniert sich das Unternehmen vorsichtig: Die KI sei ein hochfähiger Assistent, der expertenhafte menschliche Aufsicht weiterhin zwingend erfordere. Besonderes Augenmerk liege auf Sicherheit und der Reduzierung von „Halluzinationen“ – also faktenfernen Aussagen der KI. Dies sei eine kritische Voraussetzung für den Einsatz in klinischen Umgebungen.

Analyse: Der harte Wettlauf um die digitale Gesundheit

Die Ankündigung erfolgt nur wenige Tage, nachdem der Rivale OpenAI sein „ChatGPT Health“ präsentierte. Der Zeitpunkt unterstreicht den verschärften Wettbewerb um den milliardenschweren Gesundheitsmarkt. Die KI-Riesen zielen zunehmend auf spezialisierte, hochregulierte Branchen wie Medizin und Finanzen, die sowohl disruptives Potenzial als auch hohe Compliance-Hürden bieten.

Der Erfolg wird nicht nur von der Leistung der KI abhängen, sondern auch von der nahtlosen Integration in bestehende Unternehmensabläufe. Anthropic setzt daher auf ein breites Partner-Ökosystem mit Cloud-Giganten wie AWS, Google Cloud und Microsoft sowie Beratungsfirmen wie Accenture und Deloitte, um die Einführung in großen Organisationen zu erleichtern. Der Markteintritt wird von erheblichen Kapitalinvestitionen begleitet; Anthropic soll sich in Gesprächen über eine neue Finanzierungsrunde befinden, die seine Bewertung deutlich erhöhen würde.

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