Anatsa-Trojaner, Angriffswelle

Anatsa-Trojaner: Neue Angriffswelle bedroht mobiles Banking

08.02.2026 - 00:04:11

Der Schadsoftware Anatsa gelingt es, über offizielle App-Stores auf Smartphones zu gelangen und sensible Bankdaten abzugreifen. Experten warnen vor der Kombination mit professionellen Phishing-Kampagnen.

Eine neue Generation von Cyberangriffen zielt gezielt auf Smartphones und erschüttert das Vertrauen in das mobile Banking. Sicherheitsexperten warnen vor einer gefährlichen Kombination aus versteckter Schadsoftware und professionellen Phishing-Kampagnen, die sensible Bankdaten abgreifen.

Trojaner tarnt sich im offiziellen App-Store

Im Zentrum der aktuellen Bedrohungslage steht der Banking-Trojaner Anatsa. Seine heimtückische Methode: Er schleust sich nicht über dubiose Quellen, sondern über scheinbar harmlose Apps im Google Play Store auf Android-Geräte ein. Nach der Installation fordert die App weitreichende Berechtigungen – insbesondere den Zugriff auf die „Bedienungshilfen“.

Hat der Trojaner diese Kontrolle erst einmal, kann er das Smartphone fernsteuern. Sein Ziel ist klar: Sobald der Nutzer eine echte Banking-App öffnet, legt Anatsa ein täuschend echtes, gefälschtes Fenster darüber. Alle eingegebenen Zugangsdaten, PINs und TANs landen direkt bei den Kriminellen. Noch perfider ist die sogenannte „On-Device Fraud“-Methode. Der Trojaner kann eigenständig Überweisungen tätigen und diese mit den abgefangenen Bestätigungscodes autorisieren. Für die Banken sieht die Transaktion dann aus, als käme sie vom legitimen Gerät des Kunden – eine Tarnung, die die Entdeckung massiv erschwert.

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Phishing-Kampagnen setzen Kunden unter Druck

Parallel zur Malware laufen hochprofessionelle Phishing- und Smishing-Angriffe. Kunden der Postbank wurden in den letzten Tagen etwa per SMS bedrängt: Unter dem Vorwand, das Authentifizierungsverfahren „BestSign“ müsse bestätigt werden, wurden sie auf gefälschte Login-Seiten gelockt. Die Seiten sind täuschend echt gestaltet und fordern zur Eingabe aller sensibler Daten auf.

Auch andere Institute stehen im Visier. Die Verbraucherzentrale warnte erst am 6. Februar vor Phishing-Mails im Namen von Barclays, die eine angebliche „EasyBank Migration“ als Köder nutzten. Diese Angriffe erzeugen durch psychologischen Druck und die Androhung von Kontosperrungen eine künstliche Dringlichkeit. Oft dienen sie als Vorstufe, um Informationen für einen späteren, gezielten Malware-Angriff zu sammeln.

Warum diese Angriffe so erfolgreich sind

Die Gefahr ist so groß, weil sie zwei Schwachstellen kombiniert: technische Raffinesse und menschliche Psychologie. Das Smartphone ist für Millionen Deutsche das wichtigste Werkzeug für Bankgeschäfte. Gleichzeitig dient es oft als zentrales Gerät für die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wird es kompromittiert, fällt die gesamte Sicherheitsarchitektur in sich zusammen.

Trojaner wie Anatsa hebeln die klassische Sicherheitstrennung zwischen Banking-App und TAN-Empfänger aus. Die Angreifer müssen nicht mehr nur Passwörter stehlen – sie übernehmen die komplette Kontrolle über den autorisierten Transaktionsprozess auf dem Gerät des Opfers. Die Professionalität der gefälschten Seiten macht es selbst für aufmerksame Nutzer immer schwerer, Betrug zu erkennen.

So können sich Nutzer schützen

Angesichts der wachsenden Bedrohung empfehlen Sicherheitsexperten konsequente Vorsichtsmaßnahmen:
* Keine Links in unerwarteten Nachrichten anklicken: Seriöse Banken fordern nie per E-Mail oder SMS zur Eingabe sensibler Daten auf.
* App-Berechtigungen kritisch prüfen: Vor allem der Zugriff auf „Bedienungshilfen“ sollte nur absolut vertrauenswürdigen Apps gewährt werden.
* Gerät regelmäßig neu starten: Ein wöchentlicher Neustart kann flüchtigen Schadcode aus dem Arbeitsspeicher entfernen und laufende Angriffe unterbrechen.
* Bei Verdacht direkt die Bank kontaktieren: Im Zweifelsfall immer über die offizielle Website oder die bekannte Telefonnummer das Institut erreichen.

Die aktuelle Angriffswelle zeigt: Die Cyberkriminellen werden nicht müde, ihre Methoden zu verfeinern. Für Nutzer bedeutet das, dass Wachsamkeit und gesundes Misstrauen die wichtigsten Verteidigungslinien bleiben.

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