AMD priorisiert RX 9070 XT: Grafikkarten-Markt im Umbruch
18.01.2026 - 02:30:11Der Markt für High-End-Grafikkarten erlebt eine strategische Wende. AMD und seine Partner konzentrieren sich jetzt verstärkt auf die teurere RX 9070 XT, während das Basismodell knapper wird. Hintergrund sind steigende Speicherkosten und ein Kampf um die Margen im hart umkämpften Mittelklasse-Segment.
In den letzten Tagen hat sich eine klare Strategie abgezeichnet: AMD priorisiert die Herstellung der Radeon RX 9070 XT gegenüber der Standardversion RX 9070. Branchenanalysen zufolge ist diese Entscheidung eine direkte Reaktion auf anhaltende Engpässe bei DRAM-Speicherchips. Diese treffen besonders die Gewinnspannen der günstigeren Modelle.
Die Logik ist einfach: Das XT-Modell hat einen höheren Marktpreis. Dadurch können Hersteller die gestiegenen Kosten für GDDR6-Speicher besser abfedern, ohne die Preise für Endkunden exorbitant zu erhöhen. Diese Verschiebung wirkt sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit aus. Während Partnerkarten wie die ASRock Radeon RX 9070 XT Steel Legend bei großen Händlern gut verfügbar sind, wird das Nicht-XT-Modell zunehmend zur Rarität.
Wer jetzt auf eine leistungsstarke Grafikkarte wie die RX 9070 XT umsteigt, sollte auch das Betriebssystem fit machen – falsche Treiber oder ein holpriger Umstieg auf Windows 11 können zu Performance- oder Kompatibilitätsproblemen führen. Der kostenlose Windows‑11‑Komplett-Report erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Windows 11 richtig einrichten, wichtige Treibereinstellungen prüfen und Daten sowie Programme sicher übernehmen. Ideal für Gamer und PC‑Bastler, die ihr System optimal auf neue Hardware abstimmen wollen. Jetzt kostenlosen Windows‑11‑Guide sichern
Preisdruck trotz stabiler UVP
Trotz der angespannten Lage in der Lieferkette – manche sprechen bereits von einer „RAM-Apokalypse“ – versucht AMD, die Preise nahe der offiziellen UVP zu halten. Diese liegt für die RX 9070 XT bei 599 US-Dollar, was sie zu einem direkten Konkurrenten für Nvidias RTX 5070 Ti macht.
Doch die Realität im Einzelhandel sieht anders aus. Aktuelle Listenpreise für Modelle wie die ASRock Steel Legend liegen bei etwa 669 US-Dollar – ein Aufschlag von rund 70 Dollar. Diese „Straßenpreise“ sind eine direkte Folge der knappen Speicherversorgung. Marktbeobachter sehen sie jedoch als vergleichsweise moderat an, besonders im Vergleich zu den spekulativen Preisexplosionen früherer Generationen.
ASRock Steel Legend: Verfügbarkeit im Fokus
Aktuell profitiert die ASRock Radeon RX 9070 XT Steel Legend von der neuen Produktionsstrategie. Die Karte mit 16 GB GDDR6-Speicher und der RDNA 4-Architektur ist derzeit gut verfügbar und spielt mit ihrem weißen Design gezielt auf den Trend zu farbigen PC-Komponenten an.
Beobachtungen der letzten Tage zeigen:
* Verfügbarkeit: Bei großen nordamerikanischen Händlern ist die Karte durchgängig vorrätig.
* Varianten: Neben der weißen „Steel Legend“ ist auch eine schwarze „Dark“-Edition erhältlich.
* Produktlinie: ASRock erweitert sein Portfolio trotz Marktherausforderungen weiter und hat kürzlich eine hochwertige „Taichi White OC“-Version angekündigt.
Technisches Profil und Marktstellung
Die im März 2025 eingeführte RX 9070 XT ist AMDs Flaggschiff für das 1440p- und Einsteiger-4K-Gaming. Gebaut auf dem 4-nm-Navi-48-Silizium, unterstützt sie moderne Schnittstellen wie DisplayPort 2.1a. Die Steel Legend-Variante setzt auf ein Dreifach-Lüfter-Kühldesign.
Die aktuelle Produktionspriorisierung macht die XT-Version zum Volume-Träger für AMDs Marktanteile im oberen Mittelklasse-Segment. Zumindest für das erste Quartal 2026 wird sie die Rolle des Basismodells praktisch übernehmen – so lange, bis sich die Speicherpreise wieder stabilisieren.
Ausblick: Engpässe und Aufschläge bleiben
Branchenkenner rechnen damit, dass die derzeitige Lage mit leicht überhöhten Preisen bei guter Verfügbarkeit der XT-Modelle noch bis Frühjahr 2026 anhalten wird. AMDs Fokus auf das leistungsstärkere Silizium ist eine Überbrückungsstrategie. Sie soll die Umsatzstabilität sichern, während die Speicherhersteller ihre Produktion hochfahren, um der enormen Nachfrage der gesamten Branche gerecht zu werden. Für Gamer bedeutet das: Wer eine leistungsstarke Karte sucht, wird fündig – muss aber vorerst einen kleinen Aufpreis gegenüber der UVP einplanen.


