AMD, Grafikkarten-Produktion

AMD drosselt Grafikkarten-Produktion wegen Speicherkrise

18.01.2026 - 08:32:12

AMD reduziert die Fertigung günstiger Grafikkarten und fokussiert sich auf High-End-Modelle, um gestiegene Speicherkosten auszugleichen. Die KI-Industrie verursacht eine globale Knappheit.

AMD reagiert auf explodierende Speicherpreise und verlagert die Produktion hin zu teureren Modellen – eine Strategie, die auch der Konkurrenz Probleme bereitet.

Die Preisexplosion für Speicherchips zwingt AMD zu einer strategischen Neuausrichtung. Der Chip-Hersteller fährt die Produktion seiner Basismodelle zurück und konzentriert sich auf lukrativere High-End-Grafikkarten. Hintergrund ist eine globale Knappheit an Grafikspeicher, die durch die immense Nachfrage der KI-Industrie ausgelöst wurde.

Berichten zufolge wird AMD die Fertigung des Radeon RX 9070 schrittweise reduzieren. Stattdessen rückt die profitablere Radeon RX 9070 XT in den Fokus. Diese Entscheidung spiegelt eine ähnliche Strategie des Wettbewerbers Nvidia wider und unterstreicht einen branchenweiten Kostendruck. Speicherbausteine wie GDDR können bis zu einem Viertel der Gesamtkosten einer Grafikkarte ausmachen.

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KI-Boom verdrängt Gamer vom Speichermarkt

Die Wurzel des Problems liegt in einem fundamentalen Ungleichgewicht. Die künstliche Intelligenz saugt den Markt für Hochleistungsspeicher (HBM) leer, der in denselben Fabriken wie Grafikspeicher produziert wird. Hersteller priorisieren lukrative Großaufträge für KI-Rechenzentren, was die Verfügbarkeit von GDDR-Speicher für Gaming-GPUs stark einschränkt. Analysten sprechen von einer „Speicherpreis-Krise“, die noch Jahre andauern könnte.

Für Grafikkarten-Hersteller sind selbst moderate Preisanstiege bei Speicherchips fatal. Sie können die ohnehin schmalen Margen bei Mittelklasse- und Einsteigermodellen komplett auffressen. Bereits Ende 2025 hatte AMD seine Partner über Preiserhöhungen informiert, um gestiegene Einkaufskosten auszugleichen. Die nun bekannte Produktionsverschiebung ist der nächste logische Schritt.

Branche unter Druck: Von der GPU bis zum Netzteil

AMD steht mit dieser Herausforderung nicht allein. Die gesamte PC-Komponenten-Branche ächzt unter den steigenden Kosten – von SSDs und Arbeitsspeicher bis hin zu Netzteilen. Nvidia muss sich ähnlichen strategischen Fragen stellen und könnte die Produktion nach Profit pro Gigabyte Speicher ausrichten.

Auf der CES 2026 räumte AMD-Manager David McAfee die entscheidende Rolle der DRAM-Preise ein. Das Unternehmen verlasse sich auf langfristige Partnerschaften mit allen großen Speicherherstellern, um Volumen und Kosten zu sichern. Das Ziel bleibe, die Straßenpreise möglichst nah am empfohlenen Verkaufspreis (MSRP) zu halten. Doch die Realität im Handel sieht anders aus: Die Radeon RX 9070 XT liegt bereits deutlich über ihrem ursprünglichen Einführungspreis.

Risiko für AMD: Verliert der Konzern die Mittelklasse?

Die Fokussierung auf hochpreisige Modelle ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, birgt aber erhebliche Marktrisiken. Weniger Einsteiger- und Mittelklasse-Karten könnten preisbewusste Gamer und den Mainstream-Markt vergraulen. Das wäre ein gefährlicher Schritt in einem hart umkämpften Duell mit Nvidia.

Erst hatte sich der Markt nach der Turbulenz der Vorjahre etwas beruhigt, nun droht die Speicherkrise diese Stabilisierung zunichte zu machen. Analysten befürchten, dass AMDs traditioneller Preis-Leistungs-Vorteil in bestimmten Segmenten schwinden könnte. Die Zeichen stehen bereits auf Sturm: Die Preise für Radeon-Karten sollen in den letzten Monaten um über zehn Prozent gestiegen sein.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Die Aussichten für das Jahr 2026 sind düster. Solange die KI-Nachfrage den Speichermarkt dominiert, werden Verbraucher mit höheren Preisen, geringerer Verfügbarkeit günstiger Modelle und weniger Sonderangeboten rechnen müssen.

AMD betont, man wolle die Krise durch Partnerschaften managen. Doch die Möglichkeiten, steigende Kosten selbst zu schultern, sind begrenzt. Die Produktionsanpassungen zeigen deutlich: Auf absehbare Zeit unterliegen sowohl Hersteller als auch Kunden den mächtigen Kräften des globalen Speichermarkts. Die spannende Frage wird sein, ob diese Strategie ausreicht, um Profitabilität und Marktanteile in Balance zu halten.

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