Amazon, Milliarden

Amazon setzt 180 Milliarden Euro auf KI-Infrastruktur

06.02.2026 - 20:06:12

Amazon kündigt ein historisches Investitionspaket für KI-Infrastruktur an, was zu einem deutlichen Kursrutsch führte. Analysten bewerten die Risiken eines unprofitablen Subventionswettlaufs.

Amazon schockt die Märkte mit einem Investitionspaket von rund 180 Milliarden Euro für 2026. Der Großteil fließt in den Ausbau der KI-Infrastruktur bei AWS. Die Ankündigung ließ die Aktie im After-Hours-Handel um bis zu elf Prozent abstürzen.

Die Summe übertrifft alle Erwartungen und markiert eine drastische Steigerung gegenüber den Investitionen von 2025. Sie unterstreicht das hektische Tempo im globalen KI-Wettrüsten der Tech-Giganten. Konkurrenten wie Microsoft, Google und Meta planen zusammen mit Amazon für dieses Jahr Ausgaben von über 540 Milliarden Euro.

Für Amazon ist die Cloud-Sparte AWS die profitabelste Einheit und wuchs im vierten Quartal 2025 so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr. Die massive Kapazitätserweiterung soll sicherstellen, dass AWS die erste Adresse für Unternehmen bleibt, die komplexe KI-Modelle entwickeln und betreiben.

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Die Sorge der Anleger: Ein unrentables Wettrüsten?

Trotz der starken Zahlen reagierten Investoren alarmiert. Die zentrale Frage: Können die Einnahmen mit den explodierenden Kosten Schritt halten? Analysten sehen die Gefahr, dass die Investitionen schneller wachsen als die Umsätze. Die Sorge vor einem eskalierenden und potenziell unprofitablen Subventionswettlauf zwischen den Cloud-Anbietern lastet auf der Stimmung.

Die Unternehmensführung um CEO Andy Jassy verteidigt den Schritt als notwendige und vorausschauende Maßnahme. Man sehe eine „außergewöhnliche Gelegenheit“, die Größe von AWS nachhaltig zu verändern. Die Investitionen zielen darauf ab, von der erwarteten langfristig hohen Nachfrage nach KI-Rechenleistung maximal zu profitieren.

Mehr als nur Rechenzentren: Chips, Roboter und Satelliten

Das Investitionspaket ist breit aufgestellt. Der Löwenanteil fließt zwar in den Bau und die Modernisierung von Rechenzentren. Ein erheblicher Teil ist aber auch für die Entwicklung eigener, spezialisierter KI-Chips wie Trainium und Graviton reserviert.

Zudem sind Ausgaben für fortschrittliche Robotik in der Logistik, Automatisierung und den Ausbau des Satelliten-Internetprojekts Kuiper eingeplant. Diese Diversifizierung zeigt: Amazon will die gesamte Wertschöpfungskette der KI-Infrastruktur kontrollieren – von der Hardware bis zum Dienst.

Ein langfristiges Spiel um die Vorherrschaft

Die Ankündigung markiert einen Wendepunkt. Sie zeigt, dass die Tech-Konzerne bereit sind, beispiellose Summen zu riskieren, um die Grundlage für die nächste technologische Ära zu legen. Die aktuelle Börsenreaktion könnte sich als kurzsichtig erweisen, falls die Nachfrage tatsächlich exponentiell weiterwächst.

Ob sich die aggressive Wette auszahlt, hängt von der Fähigkeit des Managements ab, die Milliardeninvestitionen in profitables Wachstum umzumünzen. Klar ist: Amazon hat der Konkurrenz ein unmissverständliches Signal gesendet. Das Unternehmen ist entschlossen, das Rennen um die KI-Vorherrschaft um jeden Preis zu gewinnen.

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