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Amazon schaltet Fire TV Blaster per Fernzugriff ab

31.01.2026 - 01:03:11

Amazon deaktiviert tausende Fire TV Blaster per Fernbefehl und wandelt funktionierende Hardware in Elektroschrott um. Dies markiert einen Wendepunkt im Umgang mit cloud-abhängigen Produkten.

Amazon deaktiviert Tausende Smart-Home-Geräte auf Knopfdruck. Der Fire TV Blaster wird heute, am 31. Januar 2026, endgültig abgeschaltet. Damit setzt der Tech-Riese ein beispielloses Signal für den Umgang mit ausgemusterten Produkten.

Das 2019 eingeführte Zubehörteil sollte ältere Fernseher und Soundbars per Infrarot-Signal mit der Alexa-Sprachsteuerung verbinden. Es war die Brücke in die Smart-Home-Welt für Geräte ohne moderne Anschlüsse. Doch nun wird diese Brücke abgerissen – und zwar aktiv durch einen Fernbefehl von Amazons Servern. Das Gerät wird zum nutzlosen Elektroschrott.

Vom Verkaufstopp zur aktiven Zerstörung

Amazon hatte den Verkauf des Fire TV Blaster bereits vor etwa einem Jahr eingestellt. Gründe waren laut Unternehmen mäßige Kundenbewertungen, ein als kompliziert empfundener Einrichtungsprozess und sinkende Nachfrage. Bislang bedeutete ein Produktende bei Amazon meist, dass vorhandene Geräte weiter funktionierten, nur keine Updates mehr erhielten.

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Doch diesmal geht der Konzern einen radikaleren Weg. Da der Blaster auf eine Verbindung zu Amazons Cloud-Servern angewiesen ist, um Sprachbefehle zu verarbeiten, reicht ein Stopp dieser Dienste aus, um das Hardware-Stück funktionsunfähig zu machen. „Bricking“ nennen Technikexperten diesen Vorgang: Aus einem funktionierenden Gerät wird ein „Ziegelstein“.

Warum Amazon den Stecker zieht

Aus Sicht des Unternehmens hat der Blaster seine Schuldigkeit getan. Die Technologie, für die er einst gebraucht wurde, ist inzwischen Standard. Moderne TVs und Soundanlagen kommunizieren über HDMI-CEC direkt miteinander. Zudem hat Amazon die Kernfunktion des Blasters in beliebtere Produkte wie die Fire TV Cube integriert, die über eingebaute Infrarot-Emitter verfügen.

Als Entschädigung erhalten betroffene Kunden je nach Region unterschiedliche Angebote. In Großbritannien gibt es eine Rückerstattung von 34,99 Pfund auf ein Amazon-Guthaben. US-Kunden lockt der Konzern mit einem 60-Dollar-Rabatt auf einen neuen Fire TV Cube oder 50 Prozent auf andere Fire TV-Streamer. Zudem bietet Amazon ein kostenloses Recycling-Programm mit vorfrankierten Rücksendeetiketten an.

Ein gefährlicher Präzedenzfall für die Tech-Branche

Die gezielte Fernabschaltung funktionierender Hardware markiert eine neue Stufe in der Produktlebenszyklus-Verwaltung von Tech-Unternehmen. Sie wirft grundsätzliche Fragen auf: Besitzt man ein gekauftes Gerät noch, wenn sein Funktionieren vom Willen des Herstellers abhängt?

„Das traditionelle Eigentumskonzept löst sich auf“, analysieren Branchenbeobachter. Bei cloud-abhängiger Hardware erwirbt der Kunde oft nur eine Nutzungslizenz – und die kann widerrufen werden. Für Unternehmen ist diese Strategie wirtschaftlich nachvollziehbar: Sie reduziert Wartungskosten für alte Produktlinien und fördert Upgrades.

Doch für Verbraucher ist es ein Alarmsignal. Der Fall zeigt: Die Lebensdauer eines Smart-Home-Produkts wird nicht mehr allein durch seine mechanische Haltbarkeit bestimmt, sondern durch die Geschäftsentscheidungen des Herstellers. Ein Präzedenzfall, der andere Tech-Konzerne ermutigen könnte, es Amazon gleichzutun.

Die Zukunft: Integration statt Einzelteile

Die Botschaft an die Kunden ist klar. Amazons Strategie setzt zukünftig auf integrierte All-in-One-Lösungen wie den Fire TV Cube. Einzelne „Brücken“-Geräte für spezielle Probleme werden seltener werden. Der Trend geht zu vereinfachten Systemen, die von Haus aus miteinander kommunizieren können.

Für Early Adopters und Technik-Enthusiasten bleibt eine ernüchternde Lehre: Beim Kauf vernetzter Geräte investiert man nicht nur in Hardware, sondern auch in die langfristige Unterstützung durch den Hersteller. Und über die hat am Ende allein der Hersteller die Kontrolle.

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