Alzheimer-Forschung, Offensive

Alzheimer-Forschung startet größte Offensive für KI-Prävention

17.02.2026 - 00:10:12

Die Alzheimer Forschung Initiative startet ihre bisher größte Förderrunde mit Schwerpunkt auf KI-gestützter Früherkennung und präventiven Ansätzen, um die drohende Zunahme von Demenzerkrankungen zu bekämpfen.

Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) startet mit 18 neuen Projekten und 2,45 Millionen Euro ihre bisher größte Förderoffensive. Der Fokus liegt auf datengetriebener Prävention, um Demenz zu stoppen, bevor Symptome auftreten. In Deutschland leben derzeit etwa 1,8 Millionen Menschen mit der Krankheit – bis 2050 könnten es ohne Durchbruch fast drei Millionen sein.

KI erkennt Demenz im EEG mit 97% Genauigkeit

Im Zentrum der neuen Ansätze steht Künstliche Intelligenz. Sie analysiert medizinische Daten mit bisher unerreichter Präzision. Aktuelle Studien zeigen: KI kann in EEG-Signalen verschiedene Demenzformen mit über 97-prozentiger Trefferquote erkennen. Das ist schneller, günstiger und weniger belastend als herkömmliche Methoden.

Parallel werten KI-Systeme MRT-Bilder aus und entdecken winzige Veränderungen im Gehirnvolumen Jahre vor dem menschlichen Auge. Projekte wie DeepMentia entwickeln solche Deep-Learning-Tools, um Ärzte bei der Diagnose der vier häufigsten Demenzerkrankungen zu unterstützen.

Bluttest soll 2026 den Durchbruch bringen

Die KI braucht Daten – und die liefern neue Biomarker. Ein Protein namens p-tau217 im Blut verrät mit hoher Zuverlässigkeit eine Alzheimer-Erkrankung, lange bevor das Gedächtnis nachlässt. Experten rechnen noch in diesem Jahr mit der Zulassung entsprechender Bluttests für die klinische Praxis in Europa.

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Die Diskussion um p‑tau217 und neue Bluttests zeigt, wie wichtig das Verstehen von Laborwerten für eine frühe Diagnose wird. Viele Befunde sind für Laien schwer einzuordnen — dabei kann die richtige Interpretation darüber entscheiden, welche weiteren Tests oder Maßnahmen sinnvoll sind. Ein kostenloser 25‑seitiger Report erklärt verständlich, welche Blutwerte wirklich zählen, wann Spezialtests sinnvoll sind und wie Sie Ihre Ergebnisse beim Arzt richtig einordnen. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Report sichern

Die Grundlagenforschung setzt auf „Omics“-Daten:
* Genomik analysiert die Erbanlagen
* Proteomik untersucht alle Proteine
* Metabolomik durchleuchtet den Stoffwechsel

Ziel ist es, unbekannte Krankheitsmechanismen und neue Angriffspunkte für Therapien zu finden.

Prävention statt Behandlung: Der Paradigmenwechsel

Die frühe Erkennung ermöglicht einen fundamentalen Wandel. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) kommt zu einem entscheidenden Ergebnis: Rund 36 Prozent aller Demenzfälle in Deutschland lassen sich auf zwölf beeinflussbare Risikofaktoren zurückführen.

Dazu gehören:
* Bluthochdruck
* Schwerhörigkeit
* Übergewicht und Diabetes
* Depressionen

Internationale Programme wie FINGER haben bewiesen: Gezielte Lebensstil-Interventionen mit Bewegung, gesunder Ernährung und Gedächtnistraining können den kognitiven Abbau wirksam bremsen. Die neuen Daten sollen helfen, Risikopersonen früher zu identifizieren und maßgeschneiderte Präventionspläne zu entwickeln.

Personalisierte Medizin braucht frühe Diagnose

Die Ära der „One-size-fits-all“-Behandlung geht zu Ende. Datengetriebene Ansätze ebnen den Weg für individuelle Gehirngesundheit. Dieser Trend wird durch neue Medikamente wie Lecanemab und Donanemab verstärkt. Diese Antikörper-Therapien können den Krankheitsverlauf verlangsamen – wirken aber am besten in sehr frühen Stadien.

Eine präzise Frühdiagnose wird damit zur Voraussetzung für den Therapieerfolg. Initiativen wie der geplante Europäische Raum für Gesundheitsdaten (EHDS) sollen helfen, die benötigten Datenmengen sicher und grenzüberschreitend für die Forschung verfügbar zu machen.

Kann die Technologie die drohende Demenz-Welle also noch aufhalten? Die Weichen für eine präventive Medizin sind gestellt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich die Hoffnungen in der flächendeckenden Versorgung bewahrheiten.

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