Alstom liefert 26 Züge für Baden-Württembergs digitale Schiene
15.01.2026 - 15:33:13Alstom erhält einen 500-Millionen-Euro-Auftrag für automationsfähige Züge in Baden-Württemberg. Der Deal festigt Deutschlands Vorreiterrolle bei der Digitalisierung des Schienenverkehrs.
Der französische Mobilitätskonzern wird 26 hochmoderne Coradia Max-Regionalzüge an das Land liefern. Der Vertrag mit der Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) umfasst auch einen Vollwartungsvertrag bis 2055. Das Geschäft wurde im dritten Quartal 2025/2026 gebucht und ist Teil einer milliardenschweren Modernisierungsoffensive des Bundeslandes.
Schlüsselprojekt für den Digitalen Knoten Stuttgart
Die neuen Züge sind ein zentraler Baustein für den Digitalen Knoten Stuttgart (DKS), Deutschlands erstes voll digitalisiertes Eisenbahndrehkreuz. Jeder Zug wird von Haus aus mit der europäischen Zugsteuerung ETCS ausgerüstet und für künftige Stufen des automatisierten Fahrens (ATO) vorbereitet.
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Diese Technologie soll die Kapazität und Pünktlichkeit des Netzes steigern. Die „automatisierungsfähigen“ Systeme unterstützen die Triebfahrzeugführer und ermöglichen mehr Züge auf den bestehenden Gleisen. Alstom ist bereits ein Schlüsselpartner der Initiative „Digitale Schiene Deutschland“. Der Auftrag ist eine Ausweitung eines Rahmenvertrags von 2022 über zunächst 130 Züge.
Höchstgeschwindigkeit und moderner Komfort
Die Coradia Max-Flotte wird mit bis zu 200 km/h die schnellsten Regionalzüge Deutschlands sein. Das verkürzt die Reisezeiten auf wichtigen RE- und MEX-Linen erheblich.
Ein 106 Meter langer Zug bietet 380 Sitzplätze in einer Mischung aus Doppelstock- und Einzelstockwagen. Zum Komfort gehören starke Klimaanlagen, kostenloses WLAN und Ladestationen. Leselampen, Multifunktionsbereiche für Gepäck und Fahrräder sowie Familienabteile runden das Angebot ab. Der barrierefreie Einstieg ist für alle Bahnsteighöhen gewährleistet.
Baden-Württemberg investiert insgesamt rund drei Milliarden Euro in 156 dieser Züge. Sie sollen die steigende Fahrgastnachfrage bewältigen und die Qualität insbesondere für das Projekt Stuttgart 21 sichern.
Trendwende hin zur automatisierten Bahn
Der Großauftrag unterstreicht einen europaweiten Trend: Verkehrsbetriebe setzen nicht auf vollautonome Technologie, sondern auf „automatisierungsfähige“ Fahrzeuge. Diese können schrittweise in digitale Leit- und Sicherungssysteme integriert werden.
Alstom testet bereits vollautonome Züge in Deutschland, etwa im Projekt ARTE. Der neue Auftrag ist eine praktische Anwendung dieses Know-hows. Für Deutschland festigt er die Position als Technologieführer. Der Digitale Knoten Stuttgart könnte zum Vorbild für andere Metropolregionen werden.
Auslieferung ab 2028 geplant
Die 26 zusätzlichen Züge sollen zwischen Mitte und Ende 2028 ausgeliefert werden. Sie kommen bei DB Regio Baden-Württemberg und Arverio zum Einsatz.
Die erste Serie von 130 Zügen aus dem Jahr 2022 rollt ab Dezember 2026 an. Mit dem Fortschritt des Digitalen Knotens Stuttgart werden die Züge ihre Fähigkeiten voll ausspielen, um Takt und Zuverlässigkeit zu erhöhen. Der langfristige Wartungsvertrag bindet Alstom für drei Jahrzehnte an den Betrieb der Flotte – und unterstützt die Vision eines modernen, klimafreundlichen Mobilitätsnetzes.
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