AgiBot, Roboter

AgiBot: Roboter mieten wie ein Auto – der Durchbruch ist da

11.02.2026 - 11:26:11

Der chinesische Roboterpionier AgiBot hat mit seiner Mietplattform einen neuen Standard gesetzt. Nach einem viralen Livestream können Unternehmen und Privatpersonen Roboter für Events und Sicherheit flexibel buchen.

Der chinesische Roboter-Pionier AgiBot hat mit seiner Plattform „Qingtian Rent“ den weltweiten Automatisierungsmarkt aufgerüttelt. Nach einem spektakulären Livestream mit 200 humanoiden Robotern bucht die Kundschaft die Maschinen nun wie ein Mietauto – für Hochzeiten, Sicherheitspatrouillen oder Messen.

Vom Spektakel zum Mainstream: Die „AgiBot Night“ als Gamechanger

Was mit einem viralen Event begann, ist jetzt Realität. Am 8. Februar choreografierte AgiBot während der „AgiBot Night“ einen Livestream mit über 200 humanoiden Robotern. Die Maschinen tanzten synchron, führten Zaubertricks auf und zeigten eine verblüffende nonverbale Kommunikation. Millionen Zuschauer auf Plattformen wie Douyin und TikTok sahen zu.

Für Branchenkenner war dies mehr als nur eine Show. Es war der ultimative Stresstest. AgiBot demonstrierte live, dass sein Betriebssystem stabil läuft und die Hardware für den komplexen Einsatz bereit ist. Die Botschaft an den Markt war klar: Die Ära von Robot-as-a-Service (RaaS) hat im großen Stil begonnen.

So funktioniert das „Uber für Roboter“

Die Plattform „Qingtian Rent“ – lokal auch als BotShare bekannt – macht High-Tech erschwinglich. Über eine WeChat-Mini-App oder eine eigene Anwendung können Unternehmen und Privatpersonen Roboter buchen, genau wie ein Fahrdienstauto. Das senkt die Einstiegshürde enorm, denn der Kauf einer Einheit entfällt.

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Aktuell ist der Service in 50 chinesischen Metropolen verfügt. Mehr als 600 Dienstleister und über 1.000 aktive Roboter sind im Netzwerk, darunter das humanoide Flaggschiff „Yuanzheng A2“ und der vierbeinige Roboterhund „D1“.

Die Preise sind gestaffelt: Ein einfacher Roboterhund für Basisfunktionen kostet rund 500 Yuan (etwa 65 Euro) pro Tag. Das humanoide Modell Yuanzheng A2, das soziale Interaktionen und leichte Aufgaben beherrscht, schlägt mit etwa 10.000 Yuan (ca. 1.300 Euro) täglich zu Buche. Premium-Pakete für Events mit mehreren Hochleistungsrobotern können über 100.000 Yuan (rund 13.000 Euro) kosten.

Vielfältiger Einsatz: Vom Trauzeugen zum Wachmann

Die Stärke der Plattform liegt in ihrer Vielseitigkeit. Über 16 Anwendungsszenarien listet der Dienst aktuell auf. Besonders gefragt ist der Entertainment-Bereich. Nach den Neujahrsfeierlichkeiten boomt die Buchung von Robotern als Performer auf Firmenfeiern, in Einkaufszentren oder auf Hochzeiten. In Shanghai trat das Modell X2 bereits mehrfach als Ringträger auf.

Doch das Geschäft geht weit über den Showeffekt hinaus. Sicherheitsfirmen setzen die D1-Roboterhunde für automatische Patrouillen in Industriegebieten ein. Auf Messen übernehmen humanoide Einheiten als Begrüßer und Informationsstände, die Fragen der Besucher beantworten.

AgiBot fokussiert sich zunächst weiter auf Entertainment und Events, um den viralen Rückenwind der Gala zu nutzen. Für die zweite Jahreshälfte 2026 ist jedoch die Expansion in den Industrie- und Fertigungssektor geplant. Dort könnten Roboter für kurzfristige Produktionsspitzen oder gefährliche Wartungsarbeiten gebucht werden.

Ein Milliardengeschäft im Wettlauf um die Vorherrschaft

Der Start von Qingtian Rent trifft einen Nerv der Zeit. Die chinesische Regierung fördert Robotik als neue Wachstumslokomotive, vergleichbar mit der Elektromobilität. Der heimische Roboterverleihmarkt, 2025 noch rund eine Milliarde Yuan (140 Millionen Euro) schwer, soll 2026 auf zehn Milliarden Yuan (1,4 Milliarden Euro) explodieren.

AgiBot steht damit an der Spitze einer Welle, hat aber Konkurrenz. Der Rivale Unitree Robotics aus Hangzhou bleibt mit Auftritten in der offiziellen CCTV-Frühlingsfest-Gala präsent. Auch Galbot oder MagicLab kämpfen um Marktanteile.

Durch sein offenes Ökosystem, in das Drittanbieter und Hersteller integriert werden, versucht AgiBot, sich als Standard-Setter zu positionieren. Das Ziel ist nicht nur, Hardware zu verkaufen, sondern das Betriebssystem für den gesamten Verleihmarkt zu werden.

Der Ausblick: Expansion und neue Standards

Die Pläne für 2026 sind ambitioniert. Das Servicenetzwerk soll von 50 auf über 200 Städte wachsen und damit auch kleinere Märkte erschließen. Diese „1234-Strategie“ sieht vor, mehr als zehn Hersteller und 3.000 Content-Schaffende ins Ökosystem zu integrieren.

Eine große Herausforderung bleibt die Standardisierung. Die Branche leidet unter fragmentierten Schnittstellen und uneinheitlichen Preismodellen. AgiBot arbeitet daher an einheitlichen Serviceprotokollen und Versicherungslösungen.

Die virale „AgiBot Night“ hat gezeigt: Die kulturelle Skepsis gegenüber humanoiden Robotern schwindet. Die Technologie ist reif, das Mietmodell senkt die finanziellen Hürden. Der Februar 2026 könnte als der Monat in die Geschichte eingehen, in dem Roboter von der Messekuriosität zur flexiblen, buchbaren Arbeitskraft wurden. Für Unternehmen stellt sich nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wann sie ihre erste Einheit buchen.

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