ADHS, Betroffene

ADHS kostet Betroffene jährlich tausende Euro extra

23.01.2026 - 23:30:12

Strafzettel, verlorene Schlüssel, verpasste Abos: Für Erwachsene mit ADHS summieren sich diese kleinen Missgeschicke zu einer teuren Realität. Die sogenannte „ADHS-Steuer“ belastet Budget und Psyche. Neue Daten aus Deutschland zeigen das Ausmaß – und Wege aus der Kostenfalle.

Die „ADHS-Steuer“ ist kein offizieller Beitrag, sondern die Summe aller versteckten Kosten. Sie entstehen durch Kernsymptome wie Vergesslichkeit und Impulsivität.
* Direkte Ausgaben: Mahngebühren, doppelt gekaufte Gegenstände, unnötige Spontankäufe.
* Psychische Belastung: Die ständigen unplanmäßigen Ausgaben führen zu Stress und Scham, was die ADHS-Symptome oft noch verstärkt.

Diese finanziellen Folgen sind weit mehr als lästige Einzelfälle. Sie sind eine systematische Belastung für Millionen Betroffene.

Studie belegt: Über 1.500 Euro jährliche Mehrkosten

Die wirtschaftliche Dimension von ADHS ist wissenschaftlich belegt. Eine Studie des Universitätsklinikums Frankfurt zeigt:
* Die jährlichen Gesundheitsausgaben für eine Person mit ADHS liegen im Schnitt 1.508 Euro höher als für Menschen ohne Diagnose.
* Kommen häufige Begleiterkrankungen wie Depressionen hinzu, steigen die Mehrkosten um bis zu 2.800 Euro weiter an.

Experten halten diese Zahlen für eine Untergrenze. Indirekte Kosten durch Jobverlust oder geringeres Einkommen sind darin kaum erfasst. Eine Bonner Untersuchung bestätigt zudem: ADHS-Merkmale gehen mit risikoreicherem Finanzverhalten und schlechteren Anlagerenditen einher.

Impulskäufe treiben in die Schuldenfalle

Ein Haupttreiber der Kosten ist die typische Impulsivität. Das Belohnungssystem im ADHS-Gehirn macht spontane Käufe attraktiv – langfristige Finanzplanung fällt schwer. Diese Neigung, gepaart mit Organisationsschwierigkeiten, erhöht das Schuldenrisiko massiv.

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Das Berliner Projekt „Papierkram“ des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V. (iff) liefert konkrete Daten: Menschen mit ADHS haben ein dreimal höheres Risiko für finanzielle Probleme und Überschuldung. „Oft hapert es nicht am Wissen, sondern an der Umsetzung“, sagt Expertin Kirstin Wulf. Daher brauche es ADHS-spezifische Strategien.

Drei wirksame Strategien gegen die versteckten Kosten

Betroffene können die „ADHS-Steuer“ aktiv senken. Der Schlüssel liegt in Struktur, Automatisierung und cleveren Tricks.

  1. Transparenz schaffen: Feste „Finanztage“ einführen, an denen alle Rechnungen bezahlt und Konten geprüft werden. Ein detailliertes Budget bringt Klarheit.
  2. Automatisieren, was geht: Daueraufträge für Fixkosten und Lastschriftmandate verhindern Mahnungen durch Vergesslichkeit. Mehrere Konten (für Fixkosten, variable Ausgaben, Sparen) erleichtern den Überblick.
  3. Impulse bremsen: Eine verbindliche 24- bis 48-Stunden-Wartezeit vor größeren Käufen einführen. Einkaufslisten strikt befolgen. Apps wie Todoist oder Budget-Tracker können die nötige Struktur im Alltag liefern.

Unseriöse Versprechen und der Weg zu besserer Hilfe

Das wachsende Bewusstsein für ADHS bei Erwachsenen hat auch Schattenseiten. Verbraucherzentralen warnen vor einem Markt unseriöser Coaching-Angebote, die schnelle Lösungen ohne wissenschaftliche Basis versprechen.

Gleichzeitig passen seriöse Initiativen wie die Stiftung „Deutschland im Plus“ ihre Angebote zur finanziellen Bildung langsam an neurodiverse Bedürfnisse an. „Es geht darum, die kognitiven Hürden zu verstehen“, betont Dr. Sally Peters vom iff, „nicht von mangelnder Disziplin auszugehen.“ Die Entstigmatisierung finanzieller Probleme ist ein entscheidender Schritt zu effektiver Hilfe.

KI-Apps und Aufklärung als Zukunftshoffnung

Die größten Fortschritte verspricht eine Kombination aus Technologie und Aufklärung. KI-gestützte Finanz-Apps, speziell für ADHS-Bedürfnisse entwickelt, könnten künftig Muster erkennen, an Fristen erinnern und komplexe Entscheidungen in einfache Schritte zerlegen.

Parallel muss das Wissen in Banken, Beratungsstellen und Schuldnerhilfen ankommen. Das Ziel sind Systeme, die mit der Funktionsweise des ADHS-Gehirns arbeiten – nicht dagegen. So lässt sich die unsichtbare Steuer senken und die finanzielle Kontrolle zurückgewinnen.

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