Aadhaar-App, Gesichtserkennung

Aadhaar-App startet mit Gesichtserkennung in neue Ära

01.02.2026 - 19:40:12

Die modernisierte Aadhaar-App setzt auf Gesichtserkennung zur Identitätsprüfung und gibt Nutzern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten durch selektive Freigabe.

Indiens digitale Identität wird sicherer und privater. Eine komplett überarbeitete Aadhaar-App setzt jetzt auf Gesichtserkennung als Hauptverifikationsmethode und gibt Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten.

Die Behörde für eindeutige Identifikation (UIDAI) hat damit eine der weltweit größten Digital-Identity-Plattformen grundlegend modernisiert. Die am 28. Januar 2026 vorgestellte App markiert einen Paradigmenwechsel: Weg von physischen Dokumenten, hin zu einem sicheren, einwilligungsbasierten digitalen Framework. Kern der Neuerung ist die konsequente Umsetzung des indischen Digital Personal Data Protection Act durch Datensparsamkeit und gestärkte Bürgerkontrolle.

Gesichtserkennung als Game-Changer

Die wichtigste Innovation ist die optionale Gesichtsauthentifizierung für den „Präsenznachweis“. Nutzer können ihre Identität in Echtzeit bestätigen – ohne Fingerabdruck- oder Iris-Scans, die oft spezielle Hardware benötigen. Die App verwendet ein 1:1-Matching-Protokoll, das ein Live-Bild mit dem bei der Erstregistrierung gespeicherten Foto abgleicht.

Diese Funktion eröffnet praktische Alltagsanwendungen: Vereinfachte Hotel-Check-ins, Altersverifikation für Kinokarten oder die Authentifizierung von Gig-Economy-Arbeitern. Besonders relevant: Nutzer können ihre registrierte Handynummer jetzt direkt in der App per Gesichtserkennung aktualisieren. Das beendet den bisher notwendigen Gang zum Aadhaar-Registrierungszentrum und bedeutet einen großen Schritt in Sachen Zugänglichkeit.

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Datenschutz durch selektive Freigabe

Die App adressiert wachsende Datenschutzbedenken fundamental. Sie ersetzt das unsichere Verteilen physischer Aadhaar-Kartenkopien durch selektives Teilen von Berechtigungsnachweisen. Nutzer generieren maßgeschneiderte, digital signierte QR-Codes, die nur die für einen Vorgang nötigen Informationen enthalten.

Für eine Lieferung lassen sich nur Name und Adresse freigeben, für Altersverifikationen lediglich die Bestätigung „über 18“ – ohne Geburtsdatum oder Aadhaar-Nummer preiszugeben. Dieses datensparsame Modell wird durch ein robustes Offline-Verifikationssystem ergänzt. Autorisierte Stellen (OVSEs) können Identitäten per QR-Code-Scan auch ohne Internetverbindung zu UIDAI-Servern prüfen.

Biometrie-Sperre und Familienmanagement

Neben Gesichtserkennung und selektivem Teilen stärken weitere Features Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit. Die One-Click-Biometrie-Sperre ermöglicht es, Fingerabdrücke, Iris- und Gesichtsscans sofort zu blockieren und unbefugte Nutzung zu verhindern. Ein komplettes Authentifizierungsprotokoll gibt Transparenz darüber, wann und wo die Aadhaar-Nummer verwendet wurde.

Das „One Family – One App„-Konzept erlaubt die Verwaltung von bis zu fünf Aadhaar-Profilen auf einem Gerät – ideal für Familien mit Kindern oder älteren Angehörigen. Die alte mAadhaar-App, die nur drei Profile unterstützte, wird schrittweise abgelöst. Der Wechsel erfordert eine Neuinstallation, da Profile nicht übertragen werden.

Strategischer Schub für Indiens Digital-Infrastruktur

Der App-Launch festigt Indiens Kurs hin zu einer bürgerzentrierten digitalen Public Infrastructure. Die sofortige Beteiligung von 17 OVSE-Partnern – darunter Tech-Größen wie Google und Samsung – signalisiert breite Industrieunterstützung. Diese Early Adopter integrieren die neuen Verifikationsmethoden für Besuchermanagement, Mitarbeiteranwesenheit und Nutzerprüfungen im Finanzsektor.

Die geplante Kompatibilität mit Google Wallet wird Aadhaar-Berechtigungsnachweise plattformübergreifend nutzbar machen. Weitere Service-Erweiterungen sind angekündigt. Für über eine Milliarde Inder schafft die neue App damit eine skalierbare Basis, um mit mehr Sicherheit und Kontrolle an der digitalen Wirtschaft teilzunehmen.

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