Iran, USA

Iran: Nach Angriffen aktuell keine Uran-Anreicherung

16.11.2025 - 13:34:30

Wegen der israelischen Angriffe wird im Iran derzeit kein Uran angereichert. Das sagt die Regierung in Teheran - und pocht gleichzeitig auf das Recht, ein ziviles Atomprogramm voranzutreiben.

Infolge der israelischen und amerikanischen Angriffe auf Irans Atomanlagen im Juni reichert das Land laut Außenminister Abbas Araghtschi aktuell keinen Uran mehr an. «Dies bedeutet aber nicht, dass sich der Iran sein Recht auf ein ziviles Atomprogramm sowie die eigene Urananreicherung absprechen lassen wird», sagte Araghtschi laut der Nachrichtenagentur Irna.

Der Minister behauptete zudem, dass der Iran über keine geheimen Atomanlagen verfüge und sämtliche Einrichtungen unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) stünden. Teheran sei weiterhin bereit, die Atomverhandlungen mit dem Westen wieder aufzunehmen, jedoch nur auf Grundlage gegenseitigen Respekts und ohne Druck.

Iran hat nach den Angriffen auf seine Atomanlagen im Juni die Zusammenarbeit mit der IAEA ausgesetzt. Daher liegen keine verlässlichen Informationen über die Schäden an den Atomanlagen vor. Teheran spricht selbst von «erheblichen Schäden». Diese sollten jedoch schnellstens behoben werden, um das Nuklearprogramm fortzuführen, wie es in Teheran heißt.

Wo sind die 400 Kilogramm hoch angereichter Uran geblieben? 

Laut einem IAEA-Bericht verfügte der Iran vor Beginn des Kriegs im Juni über mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Westlichen Angaben zufolge ist der Iran weltweit der einzige Staat ohne Atombomben, der so hoch angereichertes Uran besitzt. Für den Bau von Atomwaffen wäre eine weitere Anreicherung auf einen Reinheitsgrad von mehr als 90 Prozent erforderlich. Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben. 

Wie viel von dem angereicherten Material und den Kapazitäten des Irans nach den schweren Angriffen der USA und Israels noch übrig ist, ist unklar. 

Der Iran steckt in einer akuten Wirtschaftskrise - nicht zuletzt wegen der aufgrund des Atomstreits gegen das Land verhängten internationalen Sanktionen.

@ dpa.de

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